Leider floss das Öl seit 1859 aus amerikanischen Quellen sehr viel billiger. Daher verdrängte das Petroleum aus Übersee, fassweise mit Segelschiffen nach Europa gebracht, das hiesige Leuchtöl. Petroleum war das erste Erdölprodukt, das großen Erfolg auf dem Markt hatte. Es wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst für Lampen verwendet, die viel heller brannten als jene mit Tran oder Rüböl.
Im 19. Jahrhundert stießen weitere Bohrversuche in Hemmingstedt in 30 bis 40 m Tiefe auf Ölkreide. In den 1920er Jahren baute die Deutsche Petroleum AG, später zusammen mit der Deutschen Erdöl AG (DEA), in einem bis zu 100 m tiefen Bergwerk diese Ölkreide ab. Auch das daraus durch Verschwelen gewonnene Erdöl war nicht mit dem Öl aus Texas konkurrenzfähig.
1935 endlich stieß eine Bohrung in 400 m Tiefe auf flüssiges Öl. Bohrtürme und Pumpen gaben der Marschlandschaft ein neues Gesicht. 1942 wurde für die Verarbeitung an Ort und Stelle die Raffinerie Hemmingstedt errichtet, sie sollte der Versorgung der Kriegsmarine mit Treibstoff dienen. Die Raffinerie war nach dem 2. Weltkrieg stark durch Fliegerbomben zerstört, wurde aber wieder aufgebaut, sogar größer als vorher.
Neue Ölfelder in 0stholstein wurden erschlossen und von 1952 an zusätzlich Importöl aus Übersee verarbeitet. Dafür entstand der Ölhafen in Brunsbüttel mit Pipeline nach Hemmingstedt.
Die "Pferdekopfpumpe" hinter dem Museum zeigt jedoch: Die Erdölförderung in der Marsch gehört heute der Vergangenheit an.